MALLORCA INSIDE: Deutsche auf Mallorca

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Deutsche auf Mallorca

In 2011 wohnten auf den Balearen über 240.000 Ausländer, knappe 22% der Gesamtbevölkerung. Die Deutschen waren auch unter den ausländischen Residenten die Nummer 1 mit über 36.000 (an zweiter Stelle lagen die Marrokaner – 23.900 – die die Engländer– 23.600 – gerade knapp überholt hatten). In den letzten Jahren nahm die ausländische Bevölkerung ab und inzwischen sind ‘nur’ noch knappe 30.000 Deutsche und ca. 22.000 Engländer polizeilich bzw. bei den Gemeinden gemeldet.

Diese Zahlen beruhen zwar auf offizieller Information (Polizei/Gemeinden), aber müssen nicht unbedingt 100% korrekt sein, und das hauptsächlich aus einem Grund: Bürger von UE Mitgliedstaaten können auf Mallorca wohnen ohne hier unbedingt gemeldet sein zu müssen (wenn sie nicht arbeiten und kein Eigentum besitzen). So stimmen auchd ie statistischen Daten des deutschen Konsulats in Palma nicht mit denen der Polizei/Gemeinden überein.

Nicht alle Deutschen auf der Insel sind gleich. Ein Anteil arbeitet hier, viele davon nur eine gewisse Zeit lang, andere bleiben entgültig hier, einige kaufen ein Appartement, Häuschen oder Finca wo sie verschiedene Male im Jahr Urlaub machen aber ohne ihren eigentlichen Wohnsitz in Deutschland aufzugeben (darunter auch viele Prominente wie Claudia Schiffer, Boris Becker, Michael Schuhmacher, etc.,etc.). Viele gründen eine Firma (Restaurants, Boutiquen, Hotels, etc.) oder werden selbstständig tätig (Ärzte, Handwerker, Rechtsanwälte, Steuerberater, Friseure,etc., etc.), wieder andere arbeiten für ein deutsches Unternehmen übers Internet von Mallorca aus (Designer, Publizisten, Werbeagenturen, Call Center, etc., etc.). Und zu guter Letzt: die Kriminellen die in einigen Bereichen – Prostitution, Betrug, Erpressung – hier ein gefundenes Fressen haben. Ein einziger – der ‘Wurstkönig’Hans Abel – hat es Ende der 90er Jahre mit der Grundung einer politischen Partei versucht (man wollte die Rechte der hier wohnenden Deutschen in Gemeinden und anderen Institutionen vertreten), aber über die Gründung von “Deutsche Freunde in Spanien” kam er wegen angeblichen Morddrohungen nie hinaus.

Ich persönlich betrachte einige der erwähnten Deutschen mit etwas ‘gemischtem Gefühl’. Zum Beispiel die Neureichen, die ihre Motoryacht in einer der vielen mallorquinischen Marinas/Yachthäfen liegen haben, mit fingerdicken Goldketten und nacktem Oberkörper auf der Terrasse eines Yachtclubs, umgeben von Einheimischen, mit Geld um sich werfen und sich lautstark vor ihren Freunden aufpielen und so tun als besässen sie die Insel, finde ich alles andere als lustig. Ebenso wenig wie einige Handwerker, angebliche Fachleute bzw. Spezialisten auf ihrem Gebiet,die Announcen in den deutschsprachigen Zeitungen schalten um ihre Dienste anzubieten, weder die Landessprache sprechen noch die lokalen Gesetze und Auflagen kennen, schlechte und nicht akzeptable Leistungen an ihre Landsleute verkaufen und diese im wahrsten Sinne ausnehmen – die Kunden sprechen kein spanisch/mallorquinisch und kommen so mit den örtlichen Handwerkern nicht zu Recht – und dann plötzlich spurlos verschwinden und rechtlich nicht haftbar gemacht werden können.

Während der Zeit der spanischen Gastarbeiter in Deutschland (in den 60er Jahren letzten Jahrhunderts) warf man ihnen Mangel an Integration bzw. an Srachkenntnissen vor…… heute ist das oftmals (grossteils?) bei den Deutschen Residenten auf der Insel ebenfalls der Fall. Der Unterschied: die spanischen Gastarbeiter in Deutschland wollten in ihrer neuen Heimat Geld verdienen, ohne auch nur den geringsten Versuch die Sprache zu verstehen oder sogar zu beherrschen, während viele Deutsche auf Mallorca Geld investieren bzw. ausgeben und deshalb meinen die Mallorquiner müssten sich ihnen anpassen und nicht umgekehrt. Leider nutzen einige Deutsche Residenten die Unwissenheit und fehlenden Sprachkenntnisse ihrer Landsleute aus um sie im wahrsten Sinne des Wortes auszunehmen, vor allem in der Immobilienbranche (die grossten Immobilienagenturen der Insel gehören Deutschen).

Jene Deutschen die sich wirklich zu 100% in Land und Leute integrieren sind, leider und meiner Meinung und Erfahrung nach, immer noch eine Minderheit. Und das finde nicht nur ich sondern auch die Mallorquiner nicht immer unbedingt lustig.
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