Auf Trekking Tour im nordindischen Zanskar

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Sage mir keiner mehr, die Inder können nicht organisieren. Auf dem langen Flug von Frankfurt über Dehli nach Srinagar, dem einzigen Flughafen in Zanskar, waren wir alle noch skeptisch. Experten hatten uns zwar empfohlen, die gesamte Organisa­tion unseres Trekking-Unternehmens der Shikhar Travels Private Limited in Delhi anzuvertrauen: das Mieten der LKWs, das Anheuern von Treibern mit 32 Tragetieren, die Wahl der Lagerplätze für die Tagesetappen, die Beschaffung des technischen Gerätes und und und…

Aber wir hatten keine andere Wahl; denn die Shikhar Travels hatten als einzige von der Regierung der indischen Provinz Zanskar die Lizenz. Und — was besonders wichtig ist — sie besaßen auch als einzige das Karten­material, das als einigermaßen zuver­lässig angesehen werden konnte.

Auf Trekking Tour im nordindischen Zanskar 00-00So waren wir umso angenehmer überrascht, als uns am kleinen Flug­hafen von Srinagar ein fast luxuriös ausgestatteter Bus erwartete, der uns nach Kargil brachte, einer Siedlung am Suru-Fluß. Wir hatten den Ausgangs­punkt unserer Trekking-Tour erreicht.

Eine letzte Nacht im Zoji La-Hotel. Es hätte als Hotel der Spitzenklasse genau so gut in Paris, Rom oder München stehen können. Fast hätten wir vergessen können, daß wir uns in Zanskar, dem verschlossenen Land, befanden, hätten wir nicht die Kon­turen der Berggipfel des indischen Himalaya vom Mond beschienen in den Himmel steigen sehen.

Auf Trekking Tour im nordindischen Zanskar 01-01Lange saßen wir in dieser Nacht im Hotelgarten mit Dinesh und Nawang zusammen, zwei hünenhaften Männern und »Reiseleitern« der Shikhar Travels. In perfektem Englisch antworteten sie auf unsere vielen Fragen nach den Einzelheiten der Trekking-Tour — mit einer Sicherheit und Gelassenheit — als handele es sich bei dem, was uns in dem wilden Hochgebirgsland erwartete, um eine harmlose Vergnügungsreise. Als wir spät in der Nacht schlafen gingen, gab es keine Skepsis mehr.

Ein seltsames Bild am nächsten Morgen: Vor der mit Blumenrabatten begrenzten Auffahrt zum Zoji La-Hotel stand ein Lastwagen, beladen mit Kisten und Säcken und großen Auf Trekking Tour im nordindischen Zanskar 02-02Körben, in de­nen aufgeregt Hühner gackerten; ein Bild, das Erinnerungen an einen Flücht­lingstreck aufkommen ließ. Aber es war der Lastwagen, der uns zu unserem ersten Etappenziel bringen sollte: nach Padam, der 3400 Meter hoch gelegenen Haupt­stadt der Provinz Zanskar.

Die Hotelpagen, die sonst Koffer aus Krokodilleder zu großen Reise­limousinen zu tragen pflegten, schlepp­ten unsere grünen Trekkingsäcke aus den Aufzügen zum Lastwagen. Ein letztes Winken zum Hoteldirektor, dann heulte der Motor des Lastwagens auf. Mit Wolfgang vom DAV als Gruppen­leiter, Dinesh und Nawang von Shikhar Travels, Dawa, unserem Koch, und seinem Gehilfen Sring sowie zwei Fahrern, die sich abwechselten, waren wir 19 Personen.

Es begann alles ganz gemütlich. Auf einer flachen Piste folgten wir etwa zwei Stunden dem Lauf des Suru. Zu den Ufern Wiesen, Pappeln, Nutzlandschaft, getünchte Lehmhäuser.

Auf Trekking Tour im nordindischen Zanskar 03-03Dann aber ging es steil bergan. Die Piste bestand fast nur noch aus Schlag­löchern. Regen prasselte plötzlich her­nieder. Ehe wir die Umhänge aus den Säcken holen konnten, waren wir bis auf die Haut durchnäßt.

Serpentinen zogen sich jetzt in endloser Folge der Zanskar-Himalaya-Kette entgegen. In Schräglage kauerten wir auf unseren giftgrünen Trekking­säcken, zwischen Benzinfässem, Pro­viantkisten und den Körben mit aufgeregt gackernden Hühnern. Oft schienen uns nur Millimeter von dem Abgrund zu trennen, der Auf Trekking Tour im nordindischen Zanskar 12-12300 Meter tief zum tosenden Suru abfiel. Immer wieder stürzten gewaltige Eismassen des riesigen Gauri-Gletschers in den kristallklaren Fluß. Greifbar nahe erschienen uns die Siebentausender der Nun- und Kun-Massive. Wir starrten sie an und wußten: Ober sie würde uns der Weg führen bei unserem Versuch, den 300 Kilometer langen Auf Trekking Tour im nordindischen Zanskar 11-11Hauptkamm des indischen Himalaya zu überqueren.

Nachts kamen die Diebe

Es dämmerte schon, als wir Gulmatang-Yüldo erreichten, Ziel des ersten Tages auf unserer Fahrt zur Hauptstadt Padam. Das Camp war schnell aufgeschlagen. Fast genau so schnell dampften die ersten Hühner im Kochtopf.

Die Nacht war kalt und sternenklar. Wir schliefen tief, viel zu tief, wie sich herausstellte, als wir am nächsten Morgen erwachten. Unsere Rotkreuz­kiste fehlte: Sauerstoffgerät, Blutdruck­messer, Verbandsmaterial, Medika­mente — alles weg. Weg auch alle unsere Klamotten, die wir vor den Zelten zum Trocknen aufgehängt hatten.

Hoffnungslos, nach den

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