Norwegen – unerschöpfliche Neuland

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Fast drei Viertel des Landes sind mit Gebirgszügen, Gletschern, Hochebenen, Plateaus und Seen überzogen. Es ist daher schier unmöglich, alle Bergmassive und Regionen in einem Artikel einzeln zu beschreiben. Selbst ein Buch im Umfang einer „dicken Schwarte“ würde immer noch nicht alles erzählt haben. Norwegen ist Natur — und bietet immer wieder Neues. Wir beschränken uns deshalb darauf, die wichtigsten Gebiete hier in einer kurzen Obersicht vorzustellen.

Die bedeutendste Frage ist zunächst das „Was-Wann-Wo“, bzw. das Wissen um den generell-klimatischen Unter­schied zwischen Ost und West sowie Nord und Süd. Es ist nämlich durchaus normal, in Oslo den Frühling zu ha­ben, während im Mai in der Finnmarks­Vidda immer noch oder gerade jetzt erst die beste Zeit für ausgedehnte Ski­touren gekommen ist. Andererseits kann es im Juni durchaus schon mal möglich sein, z. B. in Rondane Bergtouren durchzuführen, während in der Hardan­ger-Vidda noch eineinhalb Meter Schnee liegen. Westnorwegen ist näm­lich die Wetterseite, weshalb es dort mengenmäßig mehr schneit. Wie auch immer, die besten Monate für ganz Norwegen sind der Juli und August. Wer durch ein „frühes“ Winterende im Juni auf Bergfahrt geht, muß mit patsch­nassen Wiesen und Hängen rechnen und mit reißenden Wildbächen. Dafür sind dann aber die Wasserfälle schöner denn je. Der September kann mit einem prachtvollen „Indianersommer“ der schönste Monat überhaupt sein, wenn die Herbststürme nicht zu früh einset­zen. Am besten ist, immer vorher beim DNT (norwegischer Alpenverein) in Oslo anzufragen.

Norwegen ist Natur .. .

Wer die Fähre von Hirtshals (Dänemark) nach Kristiansand nimmt, steht fast an der südlichsten Spitze Norwegens. Von dort führt die Reichsstraße 12 über Haukeligrend und Haukeliseter nach Bergen. Dieser Route folgend, kommt man tief ins Setesdal hinein. Links und rechts dieses Tales liegt das Hoch­land von Setesdal und Rogaland. Es ist ein beliebtes Wandergebiet der Bevöl­kerung aus der Umgebung von Stavan­ger und Kristiansand. Ob mit Bus oder Auto anreisend, wer beispielsweise bis Bykle oder Hovden (Hovdehytta) fährt, kann von dort aus sehr gute Rundwan­derungen oder andere mehrtägige Tou­ren durch die eindrucksvolle Hochland­schaft durchführen. Die Wege sind mar­kiert und die Hütten teilweise bewirt­schaftet, teilweise mit Selbstverpfle­gung.

Haukeliseter ist die südliche Pforte zur Hardanger-Vidda. Die Hardanger-Vidda (Vidda = Weite, Hochebene) ist mit 7500 qkm Ausdehnung ohne Zweifel Europas größtes Gebirgsplateau (1000 bis 1200 m Höhe). Es gibt keine einzige Ortschaft in ihr, sondern nur Hütten und bezeichnete Wege. Links und rechts der Wege liegt Wildnis. Die Nord-Südroute für eine Durchquerung läuft von Hauke­liseter nach Eidfjord oder von Haukeli­seter nach Finse bzw. umgekehrt. Die Ost-West-Durchquerung beginnt in Rjukan, genauer mit der Fähre am Mös­dammen-See, und endet in Kinsarvik am Eidfjord. Für Zugreisende ist beson­ders Finse interessant. Einerseits, weil die Station am Fuße des Hardangerjö­kulen-Gletschers (1876 m) liegt, ande­rerseits, weil die Finsehytta direkt an der Bahnlinie Oslo—Bergen steht. Für eine Durchquerung der Hardanger-Vid­da sind je nach Abstechern 8 bis 10 Ta­ge zu veranschlagen.

Finse hat noch einen weiteren, aber mit Fragezeichen zu versehenden Vorteil. Nach Norden hin ist die Finsehytta gleichzeitig noch das Tor ins Finse- bzw. Fillefjell. Deswegen ist Finse eine fast immer übervolle Gebirgsstation. Wer aber den Hallingskarvet-Bergrücken (1933 m) überquert, läßt die Unruhe hinter sich und kommt in eine überaus abwechslungsreiche Landschaft. Das Fillefjell gilt als ein Stück Norwegen in sich, und alles ist auf dieser 4-Tages­Tour vertreten. Teils Gletscher, teils steile Gipfel, zahllose Wasserfälle und hügelige Hochebenen. Wald, tiefe Täler und Seen. Die Wanderung endet dann — um Klein-Norwegen komplett zu ma­chen — mit dem Abstieg nach Vossbygd ins Aurlandsfjord.

von der südlichsten Spitze .. .

Die Nachsilbe „heimen“ ist eine typisch  norwegische Art, bestimmte Regionen  oder Eigenschaften der Regionen zu bezeichnen. So ist denn Jotunheimen und Breheimen mit der Bedeutung von „Heimat der Riesen und Gletscher“ zu übersetzen. Damit ist man sozusagen im Zentralmassiv des norwegischen Ge­birges. Superlative hier: Alleine in Jo­tunheimen liegen mehr als 250 Gipfel mit über 1900 Meter Höhe und an die 60 Gletscher. Die Topspitze und damit Nor­wegens höchster Berg ist der Galdhöp­pigen mit 2469 Meter Höhe. Die Touren­möglichkeiten sind fast unzählig und man sollte von vornherein mindestens 10 bis 12 Tage Zeit haben. Stark fre­quentierte Ausgangspunkte sind Spiter­stulen und Gjendesheim. Und

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